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Blattgold & Lack

Warum Kinkaku-ji golden ist: Die Goldblatt-Technik erklärt

Der Glanz des Pavillons ist echtes Blattgold über Lack, nicht Farbe – in Kanazawa gehämmert und 1987 bei einer Restaurierung erneuert. So funktioniert die Vergoldung tatsächlich.

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Nicht Farbe, sondern gehämmertes Blattgold

Das Gold am Kinkaku-ji ist weder Farbe noch Vergoldung, sondern echtes Blattgold – Kinpaku –, hauchdünn gehämmert, fast durchscheinend, und von Hand auf das Holzgefüge des Gebäudes aufgebracht. Nur die oberen beiden der drei Stockwerke tragen es; das Erdgeschoss bleibt schlichtes, naturbelassenes Holz – ein Kontrast, der vom Teich aus leicht zu übersehen ist, aber durchaus beabsichtigt. Japans Blattgold stammt seit Jahrhunderten überwiegend aus Kanazawa an der Küste des Japanischen Meeres, wo Kunsthandwerker das Gold noch immer zu Blättern schlagen, die nur Bruchteile eines Mikrometers messen. Was Sie vom Aussichtspunkt aus betrachten, ist eine Haut aus Metall, dünner als ein Haar – sie schützt das Holz darunter und verwandelt es zugleich.

Der Lack unter dem Glanz

Goldblatt lässt sich nicht einfach auf nacktes Holz aufbringen; es braucht eine Grundierung, die beides hält – das Blatt und das Holz schützt. Im Kinkaku-ji ist diese Grundierung Urushi, der natürliche Lack, der aus dem japanischen Lackbaum gewonnen wird, in geduldigen Schichten aufgetragen und poliert wird, bevor das Gold aufgebracht wird. Der Lack ist die unbesungene Hälfte der Pavillonoberfläche – er versiegelt das Holz gegen Kiotos feuchte Winter und schwüle Sommer und gibt dem Gold etwas, woran es haften kann. Deshalb ist der Pavillon im Grunde ein Lackkunstwerk im architektonischen Maßstab – und warum sein Glanz ebenso sehr von der Pflege des Lacks abhängt wie vom Ersetzen des Goldes darüber.

Die Neuvergoldung von 1987 stellte den Glanz wieder her.

Der Pavillon, den Sie heute fotografieren, verdankt seinen Glanz einer umfassenden Restaurierung, die 1987 abgeschlossen wurde – nur wenige Jahrzehnte nach dem Wiederaufbau von 1955, der dem Brand folgte. Bei diesen Arbeiten wurde das alte, verwitterte Gold entfernt und ersetzt, und das Gebäude wurde mit Blattgold neu belegt, von dem weithin behauptet wird, es sei deutlich dicker als das zuvor verwendete Standardblattgold – eine Veränderung, der oft der besonders tiefe, makellose Glanz zugeschrieben wird, den Besucher heute wahrnehmen. Die angegebenen Zahlen zur Gesamtmenge des verwendeten Goldes variieren je nach Quelle und sind schwer zu bestätigen, daher ist bei jeder einzelnen Zahl Vorsicht geboten. Was jedoch außer Zweifel steht: Die Kampagne von 1987 hat die Oberfläche des Pavillons neu definiert und den Look geprägt, der ihn für diese Generation von Besuchern ausmacht.

Der Phönix auf dem Dach

Den obersten Abschluss des Daches krönt ein Hōō – ein Phönix in chinesischem Stil, die Flügel angelegt, den Blick über den Teich gerichtet. Der mythische Vogel ist ein treffender Abschluss: In der ostasiatischen Tradition erscheint der Phönix in Zeitaltern des Friedens und der tugendhaften Herrschaft – genau das Bild, das sich ein Shōgun über seinem Haupt wünschte, als er diesen goldenen Rückzugsort errichten ließ. Wie der gesamte obere Bau trägt auch er eine vergoldete Fassung, sodass er an hellen Tagen wie ein kleines Leuchtfeuer an der äußersten Spitze des Gebäudes wirkt. Ein Zoomobjektiv lohnt sich – oder schlicht ein zweiter, aufmerksamer Blick: Vom üblichen Standpunkt aus geht der Phönix gegen den Himmel leicht unter, und doch ist er eines der wahren Markenzeichen dieses Pavillons.

Warum Gold – und warum es immer noch wie neu aussieht

Gold wurde nicht nur zur Zierde gewählt. Es läuft nicht an und korrodiert nicht wie Silber oder Bronze – eine vergoldete Oberfläche bleibt daher bei guter Pflege über Jahre hinweg strahlend. Im buddhistischen Symbolismus steht Gold für Reinheit und dafür, die dunkle Last von Tod und Vergänglichkeit zu lindern – eine Bedeutung, die zu einem Gebäude passte, das später in einen Tempel umgewandelt wurde. Diese Beständigkeit ist auch praktisch: Sie ist ein Grund dafür, dass ein hölzerner Pavillon am Ufer eines Teichs in einem regenreichen Klima wie frisch errichtet wirken kann. Die Kehrseite ist der Erhaltungsaufwand – Blattgold verwittert, Lack altert –, sodass die makellose Oberfläche, die Sie sehen, das Ergebnis fortlaufender Konservierung ist und nicht etwas, das seit dem fünfzehnten Jahrhundert unberührt geblieben wäre.

Wie man das Gold wirklich zu sehen bekommt

Das Gold verändert seinen Charakter mit dem Licht, daher ist die gewählte Stunde ebenso entscheidend wie der Blickwinkel. Da das Blatt stark reflektiert, neigt die harte Mittagssonne dazu, in einem weißen Glanz aufzugehen statt in sattem Gold – ein weiterer Grund, warum die Tagesrandzeiten ihm schmeicheln. Weiches Wolklicht und tiefe Nachmittagssonne sind die Verbündeten des Metalls; die Ruhe direkt nach der Öffnung um 9:00 Uhr schenkt Ihnen die gesamte vergoldete Fassade doppelt im Teich gespiegelt. Wenn das Gold selbst der Grund Ihres Besuchs ist, planen Sie um warmes Licht oder hellen, bedeckten Himmel herum – statt um die Mittagssonne und ihre Menschenmengen.

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